Das LOX-Ex-Verfahren

Das LOX-Ex-Verfahren ist ein neues, automatisiertes Verfahren zum Sprengbohren. Es werden Kapseln, die mit einem neuartigen Sprengstoffgemisch aus Flüssigsauerstoff und einem speziellen Feststoff aus „Nanopartikeln“ gefüllt sind, pneumatisch abgeschossen und treffen auf das abzutragende Gestein. Beim Aufschlag zündet die Sprengkapsel und der Sprengstoff detoniert, d.h. die Umsetzung erfolgt so schnell, dass das Gestein zertrümmert wird, ohne die Notwendigkeit einer stabilen, verdämmenden Umhüllung des Sprengstoffes. Die Kapseln bestehen aus einfachen, kostengünstigen Papphüllen.

Bisher konnten ähnliche Verfahren nur mit Initialsprengstoffen realisiert werden, die teuer sind, insbesondere durch die Sicherheitstechnik, die zum Transport und der Handhabung notwendig ist. Beim LOX-Ex-Verfahren werden die Komponenten nur Sekunden vor dem Abschuss aus Flüssigsauerstoff und dem Feststoffpulver gemischt. Beide Komponenten sind vorher weder giftig noch explosiv, sondern kostengünstige Massengüter, die z.B. einfach mit dem LKW transportiert werden können. Auch nach dem Abschuss sind die Kapseln, falls aus irgendwelchen Gründen keine Zündung erfolgte, innerhalb weniger Minuten ungefährlich, da der Flüssigsauerstoff, mit einer Siedetemperatur von – 183 °C, schnell verdampft und das ungefährliche Pulver übrig bleibt.

Das Verfahren ist geeignet für den Einsatz zum Bohren von Löchern und dem Bau von Tunneln. Aus den Anwendungen mit brisanten, konventionellen Sprengstoffen ist bekannt, dass solch ein Verfahren konkurrenzlos schnellen Gesteinsabtrag erbringen kann. Kombiniert mit den geringen Kosten für die neue Sprengstoffklasse ergibt sich nicht nur die Möglichkeit zu kostengünstigen Ausführung von Bohrungen und Tunnelbauten, sondern auch die Realisierung von unterirdischen Strukturen z.B. im Verkehrswesen oder bei der Erdwärmenutzung, die bisher unrentabel teuer waren.

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